Anfang der 60er Jahre hat sich die RWE auf Grund eines Investitionsstaus bei Fahrzeugen und Anlagen, schwindender Margen durch den motorisierten Individualverkehr und die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Straße aus dem Betrieb der elektrischen Bahnen zurückgezogen und der Stadt Monheim den Betrieb der Bahn rückübertragen. Zeitgleich wurde, dem damaligen Zeitgeist folgend, 1963 der Personenverkehr auf der Schiene eingestellt und durch ein Busverkehrssystem ersetzt, obwohl jährlich rund 1,6 Millionen Fahrgäste die Bahn nutzten.
Die Vorteile eines Busbetriebes haben die Bahnen der Stadt Monheim konsequent genutzt, das gesamte Stadtgebiet erschlossen und mit großem Erfolg ein Stadtbus – System heutiger Prägung implementiert. Die rapide wachsende Einwohnerzahl Monheims, gefördert durch den Neubau ganzer Stadtteile, tat ihr übriges. Schon nach zehn Jahren hatte sich die Fahrgastzahl auf über vier Millionen jährlich verdoppelt. Heute nutzen jährlich knapp 6,7 Millionen Fahrgäste die Busse der Bahnen der Stadt Monheim, Tendenz steigend.
Dieser für ein Unternehmen dieser Größenordnung bemerkenswerte Erfolg beruht auf einer nachhaltigen Kundenorientierung und hoher Innovationskraft. Weil die Verkehrsnachfrage gerade in einer Stadt, die an der Nahtstelle zweier Großstädte liegt, nicht an Verwaltungsgrenzen halt macht, sind die Bahnen der Stadt Monheim trotz erheblicher Widerstände als eines der ganz wenigen Unternehmen bundesweit Vollmitglied in zwei Verkehrsverbünden, nämlich dem Verkehrsverbund Rhein – Ruhr seit 1980 und mit seiner Gründung auch des Verkehrsverbundes Rhein – Sieg im Jahre 1987, geworden. Gerade für Pendler wird so ein gravierendes Zugangshemmnis zum ÖPNV beseitigt, weil mindestens auf die komplizierte Regelung eines Übergangstarifs verzichtet werden kann.
Zugleich wurde das Angebot immer weiter verdichtet. Heute verkehren acht Linien, die teilweise in Kooperation mit benachbarten Unternehmen bedient werden - einige Linien verkehren bereits im Zehn-Minuten-Takt und mit einer Nachtbus - Linie wird auch am Wochenende ein guter Service für die Nachtschwärmer geboten.
Diese Kundenorientierung setzt sich auch im technischen Bereich fort. Seit über 13 Jahren werden nur noch Niederflurbusse beschafft, die bereits weit überwiegend mit Klimaanlage ausgestattet sind. Angetrieben werden selbst die älteren Fahrzeuge mindestens von EURO III – Motoren. Alle Fahrzeuge mit schlechteren Emissionsverhalten sind ausgemustert. Die Bahnen der Stadt Monheim orientieren ihre Beschaffungspolitik gerade bei umweltrelevanten Faktoren nicht an der Untergrenze der gesetzlichen Vorgaben, sondern versuchen höchste Umweltstandards zu erreichen.
Unternehmen dieser Größe legen traditionell besonderes Augenmerk auf die wirtschaftliche Effizienz. Schon in den frühen 70er Jahren haben die Bahnen der Stadt Monheim ihre Linienverkehrsgenehmigungen im Busverkehr gemeinsam mit den benachbarten Partnerunternehmen verwaltet, Angebote abgestimmt und die Fahrleistung ohne Rücksicht auf Zuordnung der Konzessionen nach wirtschaftlichen Kriterien untereinander aufgeteilt. Darüber hinaus sind die Bahnen der Stadt Monheim Mitglied in der „Kooperation östliches Ruhrgebiet“. Über diese Kooperation heben mehrere nordrhein – westfälische Verkehrsunternehmen Größenvorteile und Synergieeffekte besonders bei der Beschaffung von Fahrzeugen.
Diese Ausrichtung der Bahnen der Stadt Monheim auf die Kundenbedürfnisse verbunden mit einer auf wirtschaftliche Effizienz bedachte Unternehmensführung hat zu einem auch für Unternehmen dieser Größenordnung weit überdurchschnittlichen Kostendeckung geführt und damit den Grundstein für eine weitere positive Entwicklung und eine stetige Angebotsverbesserung gelegt.