Noch mehr Leistung für Fahrgäste und Umwelt

Pressebereich

BSM-Geschäftsführer Detlef Hövermann verknüpft mit dem neuen Linienkonzept viele Chancen.

BSM-Geschäftsführer lehnt auf dem Betriebshof an einen Bus und blickt lächelnd in die Kamera

Detlef Hövermann auf dem Betriebshof der Bahnen der Stadt Monheim. Bild: Tim Kögler Fotografie

BSM-Geschäftsführer Detlef Hövermann im Interview das neue Konzept.

Herr Hövermann: Am 8. Januar wird das neue Linienkonzept von Monheims Bahnen umgesetzt. Was ist für Sie die größte Änderung?

Es handelt sich um ein ganzes Maßnahmenpaket, das den bisherigen Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) sinnvoll ergänzen wird. Immerhin sprechen wir von weit über 20 Prozent Mehrleistung der Bahnen der Stadt Monheim im Busverkehr, die für die Monheimer Bürger und Bürgerinnen – sowohl im morgendlichen beziehungsweise abendlichen Berufsverkehr, als auch im ganztägigen Freizeitverkehr – spürbar sein werden.
Für die Berufspendler ergeben sich zukünftig an allen S-Bahnhöfen etwa 10-minütige Anschlussbeziehungen sowohl nach Monheim als auch aus Monheim heraus.
Im Einzelnen:

  • S-Bahnhof Langenfeld: die Linien 790 und 791 im überlagerten 10-Minutentakt ganztägig – insbesondere für alle Bewohner des Berliner Viertels vorteilhaft,
  • S-Bahnhof Berghausen: die Linien SB78 und 777 im überlagerten 10-Minutentakt ganztägig kommt insbesondere den Baumbergern und den Mitarbeitern im Gewerbepark Rheinpark entgegen,
  • S-Bahnhof Hellerhof: die Linie 789 morgens und abends im 10-Minutentakt wird den Baumbergern wieder eine übersichtliche, leistungsstarke Linienverbindung bringen.

Zukunftsweisend ist die Anbindung des neuen Gewerbeparks „Rheinpark“. Neben der heutigen bereits guten Anbindung mit der Linie 789 von Düsseldorf-Hellerhof über „Rheinpark“ nach Monheim Busbahnhof wird zukünftig mit der Linie SB78 eine Schnellbusverbindung (maximal 11 Minuten Rheinpark – S-Bahnhof Berghausen) im 20-Minutentakt neue Maßstäbe für Berufspendler setzen. Im Zusammenhang mit der Verlängerung der SB79 zum „Rheinpark“ entsteht eine intensive Verknüpfung Gewerbegebiet Rheinpark – Comfort Hotel – Monheim Zentrum – Gewerbegebiet Alfred-Nobel-Str. – S-Bahnhof Langenfeld, die optimal für die Mitarbeiter der ansässigen Firmen genutzt werden kann.

Für die große Gruppe der Fahrgäste im Freizeitverkehr gibt es ebenfalls frohe Botschaft: Zukünftig werden die Linien 777 und 788 ganztägig in einen 20-Minutentakt gelegt. Das bedeutet, dass beispielsweise das Benrather Krankenhaus und „Haus Bürgel“ ganztägig alle 20 Minuten mit der Linie 788 angefahren werden, das Bowlingcenter Baumberg, die Sportanlagen und Freizeiteinrichtungen an der Wasserskianlage Berghausen und der S-Bahnhof Berghausen ebenfalls ganztägig mit der Linie 777 alle 20 Minuten erreichbar sind. Die Musikschule Monheim, das Kulturzentrum und das Schulzentrum Otto-Hahn-Gymnasium sind sowohl aus Langenfeld im 10-Minutentakt mit den Linien 790/791 erreichbar, als auch mit den Linien 788/789 – ebenfalls ganztägig im 10-Minutentakt – aus Baumberg direkt zu erreichen.

Besucher des mona mare erreichen das Schwimmbad mit den Linien 790 und 791, Besucher aus Baumberg (777/788/789) können am Busbahnhof entsprechend umsteigen, ohne lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Dies gilt natürlich auch für den Rückweg.

An dieser Stelle möchte ich den Fokus nochmals auf die Linie 788 legen, deren Schleifenfahrt durch den „Sandberg“ und durch das „Berliner Viertel“ aufgegeben wird und die nunmehr wieder einen einheitlichen Hin- und Rückweg über die Krischerstraße und den „Sandberg“ fährt.

An dieser Stelle möchte ich den Fokus nochmals auf die Linie 788 legen, deren Schleifenfahrt durch den „Sandberg“ und durch das „Berliner Viertel“ aufgegeben wird und die nunmehr wieder einen einheitlichen Hin- und Rückweg über die Krischerstraße und den „Sandberg“ fährt.

Wie genau wird der TAXIBUS funktionieren?

Mit dem TAXIBUS 794T wird ein völlig neues ÖPNV-Produkt im Stadtgebiet getestet und eingeführt. Nach vorheriger telefonischer Anmeldung unter Telefon 02173 9574 40 – Vorlaufzeit 30 Minuten – kommt ein Taxi zur Taxibushaltestelle und fährt die Fahrgäste auf der Route der Taxibuslinie zum ÖPNV-Tarif (VRR-Tarif). Die Taxibuslinie verkehrt montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr im Bereich Monheim Altstadt – Busbahnhof. Diese Maßnahme ergänzt die bereits bestehenden Leistungen der Nah- und Nachtexpresslinien NE13 und NE14, die am Wochenende den Freizeitverkehr bedienen, zu einem vollumfänglichen Freizeitnetz.

Glauben Sie, dass grundsätzlich ein Umdenken in Sachen Mobilität stattfinden muss?

Ein Umdenken wird in jedem Fall von Nöten sein, wenn wir in Monheim am Rhein nicht im Individualverkehr versinken wollen.
Monheim steckt im Wandel. Waren wir noch gestern eine Stadt, die insbesondere durch das Auspendeln zur morgendlichen Zeit und Einpendeln zum Abend hin gekennzeichnet war, so pendeln heute bereits viele Arbeitnehmer auch in die Gewerbegebiete Monheims ein beziehungsweise umgekehrt am Abend aus. Zukünftig wird sich die Situation dahingehend geändert haben, dass noch weitaus mehr Arbeitsplätze in Monheim entstanden sind.

Jeder kennt die heutige, fast tägliche Verkehrssituation, die sicherlich aufgrund der aktuellen Baustellenlagen besonders kritisch ist und sich hoffentlich nach Abschluss der noch anstehenden Bauarbeiten wieder beruhigen wird. Trotzdem wird uns zurzeit beinahe täglich vor Augen geführt, wie störanfällig die Verkehrslage – durchaus auch durch Probleme auf den nahen Autobahnen – in den Städten, aufgrund des weiter zunehmenden Verkehrs, ist.

Gerade in Monheim am Rhein rechne ich mit weiter anwachsendem Verkehrsaufkommen als Nebenerscheinung zu den durchaus gewollten weiteren Unternehmensansiedlungen. Die Mitarbeiter dieser Firmen – und wir sprechen von x-tausend zusätzlichen Arbeitsplätzen, jetzt und in naher Zukunft – müssen zu ihren Arbeitsplätzen und wieder nach Hause. Kommen alle Mitarbeiter mit dem eigenen Auto, müssen unsere innerstädtischen Straßen diesen Verkehr aufnehmen. Ich glaube, dass ein jeder von uns genug Vorstellungskraft besitzt, sich eine solche Situation auszumalen.

Nein, wir brauchen einen leistungsstarken, verlässlichen ÖPNV, der einen Großteil der PKW-Nutzer aufnimmt, die Straßen unserer Stadt so von der PKW-Dichte entlastet beziehungsweise von Verkehrsstaus befreit und somit die Umweltbelastungen in unserem Lebensumfeld senkt. Der ÖPNV in Monheim am Rhein ist bereits heute eine außerordentlich wichtige Stütze; im Verkehrskonzept der Zukunft jedoch noch weitaus wichtiger.

Nein, wir brauchen einen leistungsstarken, verlässlichen ÖPNV, der einen Großteil der PKW-Nutzer aufnimmt, die Straßen unserer Stadt so von der PKW-Dichte entlastet beziehungsweise von Verkehrsstaus befreit und somit die Umweltbelastungen in unserem Lebensumfeld senkt. Der ÖPNV in Monheim am Rhein ist bereits heute eine außerordentlich wichtige Stütze; im Verkehrskonzept der Zukunft jedoch noch weitaus wichtiger.

Wie viele Fahrgäste befördern Monheims Bahnen jährlich etwa?

Im Jahr 2015 nutzten 5,6 Millionen Fahrgäste unsere Busse.

Wie viel Potential sehen Sie im neuen Linienkonzept mit Blick auf die Fahrgastentwicklung?

Unser Ziel ist eine Fahrgaststeigerung von etwa 5 Prozent. Wir sind uns durchaus bewusst, dass dieses Ziel eine Herausforderung darstellt, die wir uns mit Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und insbesondere mit gutem Service verdienen müssen. Natürlich wissen wir auch, dass dies nicht von jetzt auf gleich erreichbar ist – unsere Kunden wollen überzeugt werden und Verhaltensänderungen brauchen Zeit.

Auch sehen wir die Fahrplanverdichtung nur als einen Teilaspekt für Fahrgaststeigerungen an. Gerade die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sind entscheidende Elemente, die aufgrund der bereits angedeuteten Verkehrssituation nicht von BSM alleine beeinflussbar sind, aber besondere Argumente im Hinblick auf die ÖPNV-Nutzung darstellen.
Aus diesem Grund haben wir für die nächsten Jahre ein kontinuierliches Wachstum zwischen 0,5 und 1 Prozent pro Jahr eingeplant.

Es gab zahlreiche Infostände der Bahnen zum neuen Linienkonzept. Sind Sie mit der Resonanz zufrieden?

Seit Anfang Dezember 2016 wird das neue Linienkonzept aktiv vermarktet. Neben entsprechenden Pressemeldungen und -erläuterungen, Darstellungen auf unserer neuen Internet-Homepage und der Gestaltung von Werbeflyern haben wir auch an mehreren Wochenenden an zahlreichen Infoständen informiert.

Der Zuspruch unserer Kunden war erfreulich groß, ich habe mir selbst an einem Informationstag ein Bild davon machen können. Termingerecht wurden auch die neuen Fahrplanbücher ausgeliefert, so dass wir unseren Kunden zu den Infoterminen kostenlose Exemplare übergeben konnten. Fragen nach den neuen Linienverbindungen und Umsteigepunkten kamen ausführlich zur Sprache und eventuelle Missverständnisse konnten kurzum geklärt werden. Diese Aktionen kamen an.

Natürlich haben wir nicht alle Kunden oder ÖPNV- Interessierte erreichen können. Es werden bestimmt noch weitere Fragen offen sein, dafür ist unser „ÖPNV-System vor Ort“ zu komplex. Aber aus diesem Grund ist die Informationskampagne für die BSM auch noch nicht abgeschlossen. Wir planen am 9. Januar an verschiedenen Punkten in unserem Verkehrsnetz weitere Info-Veranstaltungen, zum Beispiel am S-Bahnhof Langenfeld, vor der Bayer AG an der Alfred-Nobel-Straße und natürlich auch am Busbahnhof in Monheim. Unsere Mitarbeiter werden verstärkt an diesem Tag an Haltestellen für Fragen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind in den nächsten Monaten weitere Aktionen, dann allerdings insbesondere für Firmenkunden, geplant, um diese vom Leistungsspektrum der BSM zu überzeugen.

Sind neben der Linienoptimierung weitere Aktionen geplant?

Wie bereits erwähnt ist ein ÖPNV-System nur so gut, wie es Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit ausstrahlt. Hier arbeiten wir aber sehr eng mit den zuständigen Abteilungen der Stadtverwaltung zusammen, um dem ÖPNV den entscheidenden Vorsprung auf den innerstädtischen Straßen zukommen zu lassen.

Wenn Sie als BSM-Geschäftsführer einen Wunsch frei hätten – welcher wäre das?

Kurz und knapp 3 Punkte:

  • Weiteren Vorrang für den ÖPNV auf den Straßen Monheims und Umgebung, um tatsächlich Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit seitens BSM garantieren zu können,
  • die Annahme der Änderungen und Zusatzleistungen durch unsere Kunden beziehungsweise der Einwohner der Stadt Monheim am Rhein, die dem Linienkonzept 2017 zu steigenden Fahrgastzahlen und damit zum Erfolg verhilft,
  • und schlussendlich, dass die Konkurrenzfähigkeit der BSM auch für die Zukunft gegeben ist und wir als leistungsstarker Partner der Stadt Monheim am Rhein erhalten bleiben.